2001 noch Bäcker - ist er heute der vielleicht mobilste Tätowierer Deutschlands. Im Gespräch mit dem #SUITEDandINKED-Künstler über Familie, Karriere und natürlich Minimal-Tattoos.

Die Ruhe vor dem Sturm. Wir treffen uns mit Bronko Steel vor einem der vielen Tattoo-Events in diesem Jahr.

Sein mobiles Tattoo-Studio hat er auf einer Fläche von 9 qm aufgebaut. Mitten auf der Verkaufs-Fläche eines Mode-Fachhändlers – seit 1,5 Jahren ein typischer Arbeitsplatz für den Tätowierer.

Über 20 Minimal-Tattoos wird er in den nächsten 7 Stunden stechen. Aufgeregt ist er deswegen nicht. Vielmehr ist er ruhig und entspannt. Freut sich auf das Event

 

Über 30 Standorte, mehr als 600 Minimal-Tattoos

Anders haben wir Bronko, der mit bürgerlichem Namen Maik Siebeneichen heißt, in den letzten 1,5 Jahren nicht kennen gelernt. Bereits seit Juli 2016 ist er mit unserer Menswear-Marke CG – CLUB of GENTS auf  #SUITEDandINKED Tattoo-Tour…

… und tätowiert an Wochenenden auf den Verkaufsflächen von Modehändlern in ganz Deutschland.

Über 30 Standorte, mehr als 600 Minimal-Tattoos und das allein im Jahr 2017.

Viel Stress müsste man meinen…

..aber Bronko liebt seine Arbeit: „Ich kann nicht daheim auf dem Sofa sitzen und nichts tun“. Deshalb betreibt er während der Woche noch sein eigenes Tattoo-Studio bei Marktheidenfeld. Und das ziemlich erfolgreich. Wer hier einen Termin will muss mindestens ein Jahr warten.

Die Familie ist ihm wichtig

Reichlich Freizeit bleibt ihm bei all der Arbeit nicht. Trotzdem möchte er nicht, dass seine Kids zu kurz kommen. Der Grund dafür, dass er während der gesamten Tattoo-Tour nie im Hotel schläft. „Ich möchte abends einfach nach Hause kommen und für meine Kinder und Freundin da sein.“

Auch wenn Bronko auf den ersten Blick nach Rocker aussieht, ist er inzwischen ein absoluter Familienmensch. „Früher war ich in der Rocker-Szene aktiv und bin dort 2012 ausgestiegen. Mittlerweile habe ich die wilden Zeiten hinter mir gelassen“ sagt er mit einem Augenzwinkern.

Dass Bronko ein Familienmensch ist hat sich schon viel früher angedeutet. Bereits 2001 verließ er seine Heimat Leipzig, um seiner damaligen Liebe nach Marktheidenfeld bei Würzburg zu folgen.

Eine Entscheidung, die sich als absoluter Glücksgriff herausstellte. Zwar ist er inzwischen von seiner damaligen Freundin getrennt, wäre allerdings sonst wohl nie zum Tätowieren gekommen.

Vom Bäcker zum Tätowierer

Der gelernte Bäcker tat sich zu Beginn schwer, einen neuen Job in Marktheidenfeld zu finden. „Als Bäcker hast du gerade mal 1300 € verdient und davon kannst du einfach nicht leben und eine Familie ernähren“.

„Außerdem wollte ich etwas machen, woran ich Spaß habe und nebenbei genug Geld verdienen kann. Und künstlerisch war ich schon immer talentiert.“ Also kaufte sich Bronko kurzerhand eine eigene Tattoo-Maschine und legte los.

Die ersten Versuche fanden direkt am eigenen Körper statt. Der Unterschenkel musste herhalten.  Auch wenn er das Tattoo über die letzten Jahre immer weiterentwickelt hat, finden wir, dass es sich auch heute noch sehen lassen kann.

Anschließend folgten Freunde und Kollegen. „Zu dieser Zeit war ich außerdem viel auf Tattoo-Conventions und Messen. Fortbildung und natürlich Connections knüpfen.“

Das erste eigene Studio

2003 ergab sich dann die erste Kooperation mit einem Sonnen- und Piercing-Studio in Wertheim – 20 km entfernt von Marktheidenfeld. Unter dem Namen Sonne’n‘Stich sammelte Maik weiter Erfahrung, bis 3 Jahre später das erste eigene Studio folgte.

Seit 2006 zaubert er in seinem Studio SevenOaksTattoo – angelehnt an seinen Nachnamen Siebeneichen – Kunst auf die Haut seiner Kunden.

Die Kunst macht das Tattoo aus

Dabei spielt das Wort „Kunst“ in Bronkos Augen eine große Rolle, wenn es um die Qualität eines Tattoos geht: „Die Kunst macht das Tattoo aus. Technisch ist es einfach viel Übung. Aber letztendlich macht das künstlerische Talent des Tätowierers das Motiv einzigartig“.

Dass er für CG – CLUB of GENTS nur Minimal-Motive sticht sieht er gelassen: „Ich finde den Minimal-Tattoo-Trend gut. Endlich sind Tattoos massentauglich und kein Nischen-Produkt mehr. Außerdem gibt es kaum eine bessere Übung, um saubere Outlines zu stechen. Und hochwertige Outlines findet man heute nicht mehr bei jedem Tätowierer.“

Am liebsten sticht Bronko trotzdem – damals wie heute – Black&Grey-Motive. Wie das auf seinem Unterschenkel. 

Die große Vision

Was allerdings nichts daran ändert, weiter mit uns auf Minimal-Tattoo-Tour zu gehen. „Für mich ist das eine riesen Chance, mir in Deutschland einen Ruf zu machen. Es gibt wohl kaum einen anderen Tätowierer, der aktuell so viel rumkommt wie ich oder annähernd so viele Minimal-Tattoos sticht“.

Für Bronko ist der Ruf deshalb so wichtig, weil er sich in einigen Jahren seinen Traum erfüllen will: Ein Studio mit jeder Menge Angestellten. „Und dabei hilft ein guter Ruf nun mal enorm“ sagt der Tattoo-Künstler.

Die letzten Worte, die wir an diesem Tag mit ihm wechseln. Kurz darauf geht die Laden-Türe auf und Bronko widmet sich hochkonzentriert dem, was er am liebsten macht: Tätowieren!

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